1x tot=genug Abschnitt 15:
Stimmengewirr empfing mich, als ich einen Stock höher in einen Raum eintrat, der hell erleuchtet war und da sah ich sie alle wieder. Den überlebenden Beamten aus dem Heim, wie hat denn der geheißen? Den Oberkommissar samt Assistenten, die Beamten Hörmannseder und Stelzer. Ah ich glaube so ähnlich wie Hochberger, Hochstetter oder Hochegger hat der eine und Schuster der andere geheißen, aber wer jetzt wie geheißen hat, das habe ich mir nicht mehr gemerkt. Auch die Personenschützer aus dem Spital, ja und zuletzt noch Major Steiner samt Leutnant Oberhuber oder -holzer und Kollegen sonder Zahl.
Ganz schön viel Aufwand für ?, gegen?, wegen mir, dem Herrn Schaller. Kaum hatte ich den Raum betreten hefteten sich alle Blicke auf mich, einige nickten freundlich, andere schauten interessiert und andere wieder nahmen etwas blasiert von mir Kenntnis.
Mit einem lauten “Guten Abend die Herren” brachte ich die Runde zum Schweigen und in diese Stille hinein platzte die Stimme von Major Steiner, der meinte “Meine Herren nehmen wir alle da am runden Tisch ungezwungen Platz. Ich sitze da, der Her Schaller nimmt neben mir Platz und der Rest ist mir egal”. Erstaunlich wie lange es dauert bis an die 15 Personen Platz gefunden haben und endlich sitzen. Und wieder war es Major Steiner der an die Runde die Frage stellte: “Kennen alle in dem Raum den Herrn Schaller?” um gleich darauf mit “Sie Herr Pribil brauchen nicht aufzeigen, ist ja wohl klar” worauf dieser einen roten Kopf bekam und kräftig nach Luft schnappte. “Ja und auch die Herren vom Ministerium können ihn ja nicht kennen” Aha, damit waren also die drei eisgrauen Typen vom Ministerium gemeint. “Von welchem?” war daraufhin meine Frage, die aber nicht beantwortet wurde, sondern mit einem Wisch angedeutet wurde, dass dies nicht wichtig ist.
“Ja wir sind hier zusammengekommen um zu klären ob es irgendwelche Vermutungen oder Hinweise gibt, die Herrn Schaller Kontakte zu russischen oder ähnlichen Gruppen oder Gruppierungen nachweisen. Wir haben größte Probleme diesen Nachweis zu finden bzw. einen aus den Fakten zu konstruieren. Andererseits gibt es aber anscheinend ein reges Interesse von einer Gruppe oder Gruppierung die am ehesten dem russischen Lager zuzuordnen ist. So meine Herren jetzt denken sie bitte alle noch einmal scharf nach, lassen sie die Zeit die sie mit Herrn Schaller Kontakt hatten, noch einmal Revue passieren und filtern sie passendes heraus und sagen sie es uns”, gab der Major Steiner von sich.
“Herr Schaller sie hören sich das alles in Ruhe an und können dann zum Schluss noch Stellung nehmen und auch sie ersuche ich sich alle Kontakte in dieser Richtung noch einmal zu überlegen und uns zu nennen” war sein vorerst letzter Satz der an mich gerichtet war.
Danach kehrte lähmende Stille ein und ich sah wie diverse Herren ihre Blicke auf mich richteten und krampfhaft versuchten sich an etwas zu erinnern. Nach zirka fünf Minuten war es dann endlich der Oberkommissar Walter der das Schweigen durchbrach und meinte: ”Alle Wahrnehmungen die uns mitgeteilt wurden sind in den Protokollen niedergeschrieben und ich habe sonst keine Hinweise oder Wahrnehmungen gemacht, die da noch weitere Kontakte vermuten lassen. Im Gegenteil, ich hörte immer wieder eher abschätzende Worte von Herrn Schaller, wenn es etwas in diese Richtung gab”. Danach kehrte wieder Ruhe ein und ich beobachtete den Major wie er immer und immer wieder seine Blicke in der Runde schweifen ließ, aber nach weiteren zehn Minuten war er es der jetzt meinte: “Na ja meine Herren, die letzte Viertelstunde war ja nicht sehr ergiebig und ich werde jetzt jeden Einzelnen nochmals befragen und einen Bogen durchgehen lassen, wo sie mir mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie eine oder auch keinen Aussagen gemacht haben”. “Ach ja und jeder von ihnen wird ersucht Rang und Namen zu sagen und wir werden die ganze Prozedur auch noch mit einer Camera festhalten”
Den Anfang machte der Assistent Hofbauer, der ähnliches wie der OK aussagte und danach ging es rundherum. Der Beamte hieß übrigens Hochegger, also musste der tote Beamte Schuster heißen. Das Ergebnis war vorauszusehen, außer dem OK und seinem Assistenten hatte keiner etwas bemerkt. Also war ich als Nächster an der Reihe und schon wandte sich Major Steiner zu mir und sagte: “Herr Schaller wir werden alle bis auf den Oberkommissar samt Assistenten, die Herren vom Ministerium wenn sie noch Interesse haben verabschieden, sind sie damit einverstanden oder haben sie noch Fragen?” Ich verneinte und meinte nur “Irgendwie sei die Stimmung ein wenig gereizt geworden in den letzten Minuten und es gäbe eigentlich keinen wissentlichen Grund”
Keine Antwort war auch eine Antwort, Major Steiner verabschiedete die anderen Teilnehmer und diese vertschüssten sich, wie sie gekommen waren. Auch vom Ministerium blieb nur einer der Beamten da und somit waren wir jetzt nur noch sechs Personen. Und wieder wandte sich der Major an mich und meinte “Herr Schaller sie sind am Wort” Ich ergriff dieses und fragte: ”Was denn so von Interesse sei?” “Alles” war die klare Antwort und ich begann meine Kontakte mit den Sowjets, mit Russen und Tschetschenen zu erzählen.
“Mein erster Kontakt war noch in der Schule als ich einen sowjetischen Besatzungssoldaten auf einer Wiese am Laaerberg fand, der eine Fleisch- oder Fischvergiftung hatte und dem ich durch mein beherztes Eingreifen wohl das Leben gerettet habe. Das gab ein Riesentamtam und ich durfte Eisessen bis zum Abwinken und eine Zeitlang kam Iwan fast jeden Tag vorbei, auch um nur zu grüssen. Dann war viele Jahre nichts, dann war ich als 15/16jähriger mit dem Fußballverein zwei Wochen im Sommer in Moskau und wir spielten ein Turnier. Danach war bis 2004 Sendepause, dann hatte ich ganz kurzen Kontakt im Spital mit einem Tschetschenen der neben mir lag. Ja und eben jetzt mit dem Langen und seiner unterwäschefreien Begleitung. Also ich konnte mir daraus keinen Reim machen, umso mehr als ich eigentlich ganz grundsätzlich gegen den Kommunismus und seine Regime etwas hatte. Ach ja einige Jahre bin ich wöchentlich einmal nach Ungarn gefahren, aber alles nach der Öffnung. So das war es meine Herren, mehr habe ich nicht zu bieten”