Jörg HaiderGanz anders als ich ihn politisch in der Vergangenheit wahrgenommen hatte, präsentierte sich Jörg Haider angesichts der NRW08.
Auch nicht gleich bei der Übernahme des Chefsessels, sondern im Zuge der “Konfrontationen” mit den anderen Bewerbern erlebte ich einen Jörg Haider, der den erfahrenen und altersmilden Landesvater gab. Und diesen so überzeugend und fernab von seinen früheren verbalen Attacken, erlebte ich einen Mann des Ausgleichs, der geradezu Sympathie und Zutrauen verströmte.
So echt, dass man ihm diese Rolle voll abnehmen konnte und wie der Erfolg zeigte, auch abgenommen hat.
Da war nichts, aber schon gar nichts, was an den Rabauken, an den Populisten, an den Rechten, eben an den Jörg Haider der 80er- und 90er Jahre erinnerte. Da erlebte man einen Menschen, der glaubhaft an Kärnten und Österreich und an seine Menschen dachte und mit sozialem Engagement die Rechte derselben vertrat und auch ihre Nöten kannte. Und dies nicht nur aus wahltaktischen Gründen, sondern aus seinem täglichen Leben.
Seine Schuhe sind riesengross, die sich seine Nachfolger in Kärnten anziehen müssen, aber auch sein Nachlass für Österreich wird sicher noch für Jahre nachwirken. Denn er hat in den Jahren seines politischen Wirkens nachhaltige Spuren in der politischen Landschaft, aber nicht nur, hinterlassen.
Eines steht für mich auf jeden Fall fest, wie stark er gerade auch in eben dieser oder einer anderen Position polarisierte, er wird uns fehlen. Seine Sager sind Legende, ob es die “ordentliche Beschäftigungspolitik des Dritten Reiches” betraf oder seine “Ich bin schon weg” und “Ich bin schon wieder da” Sprüche.
Sie kennzeichnen die Person Jörg Haider, die schillerndste Politikerpersönlichkeit die Nachkriegsösterreich hervorbrachte. Fast schicksalshaft der Tag seines Ablebens genau am 90sten Geburtstag seiner Mutter und einen Tag nach den Feiern zur Kärntner Volksabstimmung.
Ich halte es mit UHBP und meine: Haider ist ein “Politiker mit großen Begabungen” gewesen, der mit seinem politischen Wirken Begeisterung, aber auch entschiedene Kritik ausgelöst habe. Jörg Haider habe die Fähigkeit gehabt, auf die Menschen zuzugehen und sie zu begeistern.
Gott möge ihn an seiner Rechten Platz nehmen lassen und Du Jörg wirf einen wachen Blick auf dein Heimatland, damit alles rechtens bleibt.
Mein ganz persönlicher Nachruf …
11. Oktober 2008 von senfundkren
Zur Rechten Gottes sitzt doch schon Franz-Josef Strauß. Oder?
@Vau: Jo mei, sei do net so kleinlich. Sitzt er halt an der noch rechteren Seit‘n, Plotz is jo gnua!
Ich stimme dir absolut zu, er wird uns fehlen. Haider war in den letzten Wahlkonfrontationen ein Staatsmann; diese Seite kannte man von ihm noch gar nicht. Ich denke Kärnten wird in Zukunft ein entscheidender Faktor fehlen.
Dieser Fakot wird auf jeden Fall fehlen.
Ich nehme an Du hast bewußt einen Schreibfehler gemacht, aber in Anbetracht des Ereignisses halte ich es für unangebracht.
Ich hoffe du verstehst mich.
Oder aber Du erklärst mir was ich unter Fakot zu verstehen habe.
“Gott möge ihn an seiner Rechten Platz nehmen lassen und Du Jörg wirf einen wachen Blick auf dein Heimatland, damit alles rechtens bleibt.”
gemeint war sicher:
“Gott möge ihn an seiner Rechten Platz nehmen lassen und Du Jörg wirf einen wachen Blick auf dein Heimatland, damit alles rechts bleibt.”
@hejo:Nein, nein, noch weiß der Verfasser was er tut.
Ja, besonders bei solchen “Ereignissen” sollte man immer schön auf die Rechtschreibung achten.
Man kann nicht allem und jedem einen Grund geben, vielleicht hat er nur Pech gehabt und es hätte jedem andern genauso geschehen können – und tut es auch.
Ein häufiges Wort hat es heute in der ZIB gegeben: “Lebensmensch”.
Fast hätte ich´s mir verkniffen, aber was hat ein 58-jähriger nach der Wahl nach ein Uhr nachts, einen PKW überholend auf der Straße zu tun ?
Ich finde schade, daß er SO gestorben ist, aber in Frieden alt werden, dafür war er vielleicht ein zu leidenschaftlicher und exzessiver Mensch. Oder er hat Pech gehabt. Oder beides.
So einen Abgang sollte keiner machen. Auch wir fühlen uns betroffen.