alles klar ? Ich rede von einem der schönsten Flecken dieser Erde, wenn man den entsprechenden Geldsack hat, meine ich. Nicht, dass man nicht auch so dort Urlaub machen könnte, aber der Spaßfaktor bleibt halt doch eher bescheiden.
Ich kann da nur in Erinnerungen schwelgen, denn Ende der 70er Jahre waren wir viele Male da unten und es war immer wieder ein Erlebnis. 1982 waren wir das letzte Mal vor Ort und nahmen da etwas mit, was nicht unbedingt erfreulich war. Denn für den Autobahnbau an der Küste wurde die dahinterliegende Bergkette um rund 50m abgearbeitet und damit das Klima ungünstig beeinflusst. Zumindest wurde es uns von den Einheimischen in Menton so nahe gebracht. All die Jahre vorher war der Himmel meist klar und eben himmelblau, doch 1982 erstmals diesig und immer wieder bis mittag bewölkt.
Aber die Jahre zuvor war ein Aufenthalt schöner als der andere. Wir konnten damals auch noch so richtig “braten”, besonders meine Elisabeth. Die rollte sich ohne Sonnenschirm die ganze Zeit von links nach rechts und umgekehrt und ich durfte sie, dank meiner begnadeten Hände, einölen. Zu Mittag gab es einen Salat Nicoise und eine Limo. So um 14 Uhr war genug mit der Braterei und wir gingen in unser Hotel, duschten uns, entspannten noch ein wenig am Zimmer und gingen danach auf einen Cafe au lait und Kuchen.
Dem schloss sich meist ein Spaziergang durch die Fussgängerzone bis hinunter zum Hafen an oder wir fuhren nach Monte Carlo, Nizza oder Cannes. Ganz selten nach Ventemiglia und da nur wegen der schönen Damenschuhe. Abgesehen von der französischen Sprache die ja im Süden ein wenig anders klingt, waren die vielen fremden Eindrücke und vor allem das Meer, schon sehr berauschend. Leider haben die Bilder, eingeklebt in Alben, schon sehr gelitten, denn sonst könnte man sie herzeigen. Ein besonderes Highlight war jedes Mal die Fahrt nach Monaco/Monte Carlo. Wenn wir da so durch die Strassen spazierten, konnten wir uns nicht satt sehen an der südlichen Blumenpracht, aber natürlich auch an den vielen mondänen Geschäften mit den elitären Inhalten. Da gab es jede Menge Namen, die hatten wir überhaupt noch nie gehört. Heute haben wir noch immer einen Duft von Hermes “Eaue De Orange Vente” zu Hause und immer wenn ich den Duft rieche, machen meine Gedanken eine lange Reise. Auch ein kleines feines Fläschchen Cognac “Napoleon” ist heute, noch ungeöffnet, Zeuge unserer ersten Reise. Oft genug drehten wir ein Runde um das Hotel de Paris, hineingehen trauten wir uns nicht. Auch das Casino betraten wir nicht bei unserer ersten Reise, aber als wir dann sahen, dass die alten Damen mit ihren Einkaufstaschen schon vormittag hineingingen, trauten wir und dann auch. Wie an anderer Stelle bereits berichtet, wunderten wir uns sehr, dass die alten Damen alle mit weissen Handschuhen spielten und wurden bald eines Besseren belehrt, denn nach einer Stunde an den Einarmigen Banditen sahen unsere Hände aus, als hätten wir Kohlen geklaubt. Und abends war es immer wieder sehenswert den Corso der Rolls Royce, der Bentleys und Ferraris anzusehen, aus denen die Reichen und Schönen entstiegen um in der Nacht unterzutauchen. Auch ein Hafenrundgang war nicht ohne, denn da konnte man Schiffe sehen, die man sich höchstens in der Phantasie so vorstellen konnte. Auch da gab es schon einige, die hatten schon den Hubschrauber huckepack mit.
Je nach Laune fuhren wir auch schon einmal nach Grasse, in die Stadt der Parfüms oder auch nach St.Tropez oder ein wenig in die dahinterliegenden Berge. Von dort hatte man dann einen himmlischen Blick auf die Landschaft.
Es waren abgesehen von den gut 2500 km sturer Autobahnfahrt immer wunderbare zwei Wochen, die wir da unten verbrachten.
Casino, Grimaldi, Formel 1…
22. Juli 2008 von senfundkren