heute möchte ich wieder einmal ein paar Worte über ein klassisches Wiener Cafe, über das „Cafe Schwarzenberg“ erzählen. Es ist das älteste der Ringstrassencafes und doch junggeblieben.
Ein paar Worte zur Geschichte: Anno 1861 war man gerade heftig mit dem Bau der schönsten Prachtstrasse Europas beschäftigt.
Die Ringstrasse nahm gerade Gestalt an, und entwickelte sich zwischen heutiger Oper und Stadtpark zum „Korso“, einer „Flaniermeile“ wie es solche bis dahin nicht gab. Und schon in dieser Zeit, wurde das Café Schwarzenberg als heute ältestes Ringstrassencafé vom Ehepaar Hochleitner eröffnet.
Von Anfang an war das Café Schwarzenberg vor allem Treffpunkt der Wirtschaftsleute.
Obwohl nie Künstler- oder Literatencafé, weiß man doch von einem berühmten Stammgast zu berichten, der seinem Kaffeehaus über Jahre hinweg treu blieb: Der Architekt Josef Hoffmann, Begründer der Wiener Werkstätte, ließ sich zur Mittagszeit vom Chauffeur absetzen, um zu essen, die Tageszeitungen zu lesen oder seine Ideen auf kariertes Papier zu bringen (Quatratel Hoffmann). Im Schwarzenberg sind sicher viele seiner außergewöhnlichen Entwürfe entstanden.
Nach 1945 okkupierten Offiziere der Sowietarmee die Räumlichkeiten für ihre Veranstaltungen und zerschossen die Einrichtung. Ein Relikt dieser Zeit hielt sich bis zur Renovierung 1979. Ein Spiegel, bei dem man die Sprünge und Einschusslöcher mit Ranken und Blumenmustern verzierte, und so aus der Not eine Tugend machte.
Heute ist das Café Schwarzenberg eines der letzten Ringstrassencafés, das die typische Atmosphäre und Tradition eines „Wiener Cafés“ fortsetzen möchte.
Als wir gestern am Nachmittag kurz das Cafe aufsuchten, war es so gegen 16:00 Uhr. Das Cafe war bis auf ein paar wenige Plätze vollbesetzt. Die Vitrine war mit allen Köstlichkeiten gefüllt die die Wiener Küche so bietet. Die Kellner wieselten gekonnt und beflissen in den engen Gängen herum und rasch war die Bestellung aufgenommen. Am Nebentisch war eine Gruppe junger AusländerInnen die einmal die Speisekarte rauf und runter konsumierten. Was sie bekamen sah alles sehr appetitlich aus und ein Blick in die umfangreiche Speisekarte machte Gusto auf mehr, aber wir hatten schon eine Jause hinter uns. Und auch was die Herrschaften so von sich gaben war voll des Lobes. Alles in allem ein sehr positives Erlebnis.
Selbst beim „Ober zahlen“ genügte eine einmalige Aufforderung.
Ach ja, bald hätte ich es vergessen, über eine Novität verfügt dieses Cafe auch und zwar über eine geflieste Decke.
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Ein vergnüglicher Nachmittag nahm ein sehr positives Ende.