oder nicht alles was lange auf der Welt ist, ist auch alt. So gesehen und geschehen heute im Cafe Griensteidl. Man betritt ein vermeintlich altes Cafe, so der Eindruck von Außen durch die Glasscheiben. Doch der Eindruck täuscht, das älteste im Lokal sind die Ober und die Gäste, alles andere ist m.E auf alt getrimmt. Die nachträglich gelesene Geschichte beweist es:
1846 eröffnete Heinrich Griensteidl dieses Café im Palais Herberstein am Michaelerplatz an der Rückseite der kaiserlichen Hofburg. In seinen niedrigen, nischenartigen Gewölben versammelten sich zuerst Revolutionäre, später die Spitzen der österreichischen Arbeiterbewegung, aber auch die Alldeutschen unter Georg Ritter von Schönerer, aber auch Poeten und Künstler. Um 1890 trafen einander im Griensteidl die von sich selbst sehr überzeugten Schriftsteller von „Jung-Wien“, Schnitzler, Hofmannsthal, Beer-Hofmann und andere. Auch der junge Karl Kraus war gern gesehener Gast.
1990 wurde in dem nach 1897 erbauten Gebäude am selben Ort wieder ein Café Griensteidl eröffnet. Die Anschrift lautet: Michaelerplatz 2, 1010 Wien.
Sauber, gepflegt, Nichtraucherlokal, guter Kaffee, hervorragende Mehlspeisen, freundliches Personal. Herz was willst du mehr.
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Der morbide Charme …8
31. Januar 2008 von senfundkren