ich trete heute mit einer sehr privaten Bitte an Euch heran. Ich suche seit geraumer Zeit den Vortrag von Heinz Conrads betitelt mit : Die Fichte.
Ich habe schon an diversesten Stellen nachgefragt, aber bis dato konnte ich keinen Erfolg landen. Das Gedicht selbst bzw. den Text habe ich, aber mir geht es um den Vortrag des verstorbenen H.C. Das Gedicht:
Der Zufall führt ja so oft Regie, vielleicht hat wer was, kennt wer wem oder so ähnlich.
Kurt sucht die Fichte und bemüht den ORF
Heute ist wieder ein bißchen H.C. Abend, daher noch eine Meldung: Kurt ist auf der Suche nach einer Aufnahme des Vortrags "Die Fichte" von Heinz Conrads. Wer im behilflich sein kann, möge sich an ihn wenden. Er hat diesen Wunsch auch an den OR
Ich hab das Gedicht auf CD, wenns noch aktuell ist, kann ichs gern zukommen lassen !
DIE FICHTE
Es sitzen zwei Herren in einem Café
Und spielen dort Rummy zu zweit.
Da sagt plötzlich einer: “Mein Freunderl, ich seh´,
Der Jolly, der wohnt bei dir heut´.
Dein Mischen, dein Teilen, dein abheben gar
Und dann noch das Klopfen am Schluß!
Je länger ich spiel´, desto mehr wird mir klar,
Daß ich bei dir aufpassen muß.”
Sie schimpfen, sie streiten, sie lärmen, sie schrei´n,
Da, plötzlich im wildesten Grimm,
Erhebt sich der eine vom Tische allein
Und ruft mit erbitterter Stimm´:
“Du hast mich bemogelt, begaunert beim Spiel,
Das ist schon mehr als gemein.
Drum wünsch´ ich dir jetzt – und das mög´ sich erfüll´n:
Du sollst eine Fichte sein!”
“Warum eine Fichte?” sagt der and´re jetzt drauf.
Da sagt ihm der eine: “Warum? Paß gut auf:
Als Fichte, da stehst du dann oben im Wald.
Am Tag ist dir heiß, in der Nacht ist dir kalt.
Es beutelt der Wind dich, es druckt dich der Schnee,
Du stehst und du stehst, tun die Haxn auch weh.
Und beißt dich dann etwas sogar in die Wadln,
Dann hast du zum Kratzen nur spitzige Nadeln.
Am Schluß schneid´t ein Liebespaar seine Monogramm
Dir noch in den Bauch, ich mein´: in den Stamm.
Doch das wär´ das Ärgste noch nicht,
Denn jetzt fängt erst an die Geschicht´:
So stehst du und stehst du und langweilst dich sehr,
Da kommen auf einmal drei Manderln daher.
Die haben eine Säge, ein Beil und einen Strick,
Die hau´n dir vor allem das Beil ins Genick.
Sie sägen, sie schneiden, vor Schmerz dir das Herz steht,
Dann hacken sie weg, was von dir dann so wegsteht.
Dann zieh´n sie in streifen die Rinde dir ab
Und stoßen dich nackt übers Bergerl hinab.
Das das wär´ das Ärgste noch nicht,
Denn jetzt fängt erst an die Geschicht´:
Nun wirst du zerrieben, zerstoßen, zermahlen,
Leidest dabei ganz entsetzliche Qualen,
Weil neben dir schon ein siedender Leim winkt.
Man taucht dich da ein, und es pickt und es stinkt.
Nun falzt man und walzt man und spannt man an dir,
Und endlich, jetzt bist du ein Zeitungspapier.
Als Zeitungspapier man zur Presse dich schickt,
Dort druckt man dir drauf, was es Neues heut´ gibt.
Doch das wär´ das Ärgste noch nicht,
Denn jetzt fängt erst an die Geschicht´:
Die Zeitung, die kauf´ ich und nehm´ ich nach Haus´,
Dann zieh´ ich meinen Anzug mir aus,
Schneid´ die Annoncen heraus mir dann nett,
Zum Schluß nimmt die Großmutter dich mit noch ins Bett.
Da kommt mit der Schere die Köchin Marie,
Schneid´t dich so in Stückerl – du weißt ja schon, wie.
und sie tragt auf einen Raum dich, der hat was für sich.
Dort auf dem Raum wart´ ein Nagerl auf dich.
Doch das wär´ das Ärgste noch nicht,
Denn jetzt fängt erst an die Geschicht´:
Am Nagerl, da hängst du mit traurigem Blick
Und ahnst so beiläufig dein neues Geschick.
Nun komm´ rein ich behaglich und munter
Und reiß´ vom Nagerl dich zitzerlweis runter.
Ich sing´ und ich spring´ und ich freu´ mich und lach´,
Denn du mußt doch dulden, was ich mit dir mach´.
Und darum mein Lieber, jetzt siehst du´s doch ein,
Warum ich dir wünsch´, eine Fichte zu sein.”
ab sofort auf youtube